Lange erwartet und nun bestätigt! Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu den Baufertigstellungen im Jahr 2024 zeigen deutlich: Der Wohnungsneubau in Deutschland ist auf dem Rückzug. Doch was auf den ersten Blick negativ klingt, könnte sich mittel- bis langfristig als Chance für Bestandsimmobilien erweisen – sowohl für Eigentümer als auch für Investoren. Das tut es vermutlich bereits.
Insgesamt wurden 2024 insgesamt 251.900 Wohnungen fertiggestellt, ein Rückgang von 14,4 % bzw. 42.500 Einheiten gegenüber dem Vorjahr. Damit liegt die Zahl der Fertigstellungen erstmals seit 2020 wieder deutlich unter der 300.000er-Marke, während sie sich in den dazwischen liegenden Jahren bei ± 290.000 Einheiten hielt. Damit wurde das Planziel von 400.000 Wohnungen der alten Bundesregierung um sage und schreibe 37,03 % verfehlt!
Kategorie |
Anzahl |
Veränderung zum Vorjahr |
Gesamtfertigstellungen |
251.900 |
-14,4 % (-42.500) |
Davon in Neubauten |
215.900 |
-16,1 % (-41.400) |
‑ Einfamilienhäuser |
54.500 |
-22,1 % (-15.400) |
‑ Zweifamilienhäuser |
17.600 |
-26,2 % (-6.300) |
‑ Mehrfamilienhäuser |
135.300 |
-13,4 % (-21.000) |
‑ Wohnheime |
8.500 |
+17,6 % (+1.300) |
In bestehenden Gebäuden |
30.300 |
±0 % |
In Nichtwohngebäuden |
4.800 |
-15,0 % (-800) |
Besonders auffällig: Der Rückgang betrifft fast alle Neubautypen – besonders stark aber die Ein- und Zweifamilienhäuser, meist von privaten Bauherren geplant. Dagegen konnten Wohnheime, etwa für Studenten oder Pflegebedürftige, leicht zulegen.
Ein Blick auf die Bauherrengruppen zeigt, dass insbesondere Privatpersonen den Rückzug aus dem Neubau antreten:
Bauherrengruppe |
Anzahl Wohnungen |
Veränderung zum Vorjahr |
Unternehmen |
112.500 |
-11,8 % (-15.100) |
Privatpersonen |
95.400 |
-20,4 % (-24.500) |
Öffentliche Hand |
9.500 |
-20,5 % (-2.500) |
Die Zurückhaltung dürfte unter anderem auf gestiegene Baukosten, hohe Zinsen und zunehmende Unsicherheit bei Förderbedingungen zurückzuführen sein, aber auch auf seit langem überbordende Bürokratie und den stetig zunehmenden Vorschriftendschungel.
Hinzu kommt: Der Bau dauert länger. Im Durchschnitt vergingen 26 Monate zwischen Baugenehmigung und Fertigstellung – 6 Monate mehr als noch 2020. Gleichzeitig wurde weiter an der Wohnfläche gespart: Eine Neubauwohnung hatte 2024 durchschnittlich nur noch 96,2 m², deutlich weniger als der historische Höchstwert von 116,4 m² (2007).
Der sogenannte Bauüberhang – also genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen – sank zum Jahresende 2024 auf 759.700 Einheiten. Davon befanden sich 330.000 bereits im Bau. Auch wenn dies zunächst positiv klingt, liegt der Rückgang auch an der hohen Zahl erloschener Baugenehmigungen: Allein 2024 verfielen 29.000 Genehmigungen, der höchste Wert seit 2002.
Weniger Neubauten, längere Bauzeiten, steigende Kosten und eine wachsende Zahl aufgegebener Projekte: Diese Faktoren führen zu einer Verknappung des Wohnraumangebots in vielen Regionen – gerade in Ballungszentren wie München und dem Umland.
Für Eigentümer und Investoren bedeutet das:
Die Entwicklung des Jahres 2024 zeigt klar: Der Neubau allein kann die Wohnraumnachfrage nicht mehr auffangen. Dadurch rücken Bestandsimmobilien stärker in den Fokus. Wer heute eine gepflegte Wohnung oder ein solides Mehrfamilienhaus besitzt, sitzt auf einem zunehmend wertvollen Gut. Für Investoren und Eigentümer ergibt sich daraus eine echte Chance – vorausgesetzt, sie investieren gezielt in Werterhalt und energetische Optimierung.
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